Leonhart und Leonhart
Wirtschaftstreuhand Gmbh + Co KG



19.01.2018

Ordinationsschließung: Wenn Sie aufhören wollen ...

Die Beendigung oder geplante Übergabe einer Arztpraxis kann mitunter ein komplexer Vorgang sein, daher ist eine zeitgerechte und strukturierte Vorgangsweise dringend anzuraten. Natürlich ist es ein Unterschied, ob eine nur nebenbei betriebene Privatordination oder eine hauptberuflich jahrzehntelang betriebene Vollerwerbs-Praxis vorliegt.


Insbesondere bei dem geplanten Verkauf einer Kassenpraxis samt Übergang der Behandlungsverträge mit den Krankenkassen ist eine langfristige und voraus blickende Handlungsweise anzuraten. Die Behandlungsverträge mit den Sozialversicherungsträgern (Kassenverträge) können bekanntlich nicht veräußert werden, sondern werden nach einem (bundesländerweise unterschiedlichen) Reihungs- und Vergabeverfahren an einen Nachfolger vergeben. Es ist daher in vielen Fällen gar nicht möglich, eine geplante Nachfolge für die Kassenverträge sicherzustellen. Einen Ausweg bietet hier die Variante der (Nachfolge-) Gruppenpraxis oder auch das Ansammeln von Vertretungspunkten in der eigenen Ordination durch einen geplanten Nachfolger.

 

Rechtzeitige Planung 


Wir empfehlen daher, den geplanten Rahmen für die Veräußerung oder Schließung Ihrer Arztpraxis in einem gemeinsamen Gespräch bereits 2-3 Jahre vorher in unserer Kanzlei abzustecken. Eine solche Beratung ist jedenfalls spätestens ein Jahr im Voraus dringend anzuraten.

Es ist wesentlich, rechtzeitig einen Nachfolger zu finden. Häufig gibt es interessierte Ärzte, welche bereits in der Ordination als Praxisvertreter tätig waren und diese daher kennen. In bestimmten Fällen erlangen Ordinationsvertreter im Falle einer späteren Bewerbung für den betreffenden Kassenvertrag einen zusätzlichen Bonus, welcher dann zur automatischen Erstreihung bei der Neuvergabe des Kassenvertrages führen kann. Daher muss auch hinsichtlich des Einsatzes von Ordinationsvertretern umsichtig gehandelt werden.

 

Verkaufspreis 


Ein wesentlicher Punkt bei der geplanten Veräußerung einer Arztpraxis ist der Verkaufspreis. Aufgrund der zahlreichen Pensionsfälle der letzten Jahre und eher zögerlichen Übernahmewünsche wurden insbesondere außerhalb von Ballungszentren zahlreiche Kassenpraxen ohne Nachfolger geschlossen, in verschiedenen Medien wurde über diese Entwicklung wiederholt berichtet. Dies führt auch innerhalb der Ballungszentren zu einem Absinken und manchmal völligem Untergang des Wertes des vor-handenen Patientenstockes. Andererseits ist es ein Unterschied, ob jemand eine Ordination völlig neu aufbauen und einrichten muss oder in eine beste-hende Struktur einsteigen kann. Daher muss sehr genau überlegt werden, zu welchen Konditionen eine bestehende Praxis einem Nachfolger angeboten wird.

Im Falle einer geplanten Veräußerung einer Kassenpraxis sollte mit dem Nachfolger rechtzeitig ein Kaufvertrag abgeschlossen werden, da nur auf diese Weise die rechtliche Stellung und Sicherung der Ansprüche des Verkäufers sichergestellt ist. Den Kaufvertrag erstellt ein Rechtsanwalt oder Notar, wir können Ihnen in Zusammenarbeit mit unserem Rechtsanwalt gerne ein Gesamtpaket anbieten.


Weitere langfristig im Voraus zu klärende Fragen:


• Ist der Pensionsantritt zum gewünschten Termin sowohl aus Sicht der Pensionsversicherung als auch dem Ärztekammer-Wohlfahrtsfonds möglich?
• Ist sichergestellt, dass ein bestehendes Mietverhältnis für die Ordination auf einen Nachfolger übergeht oder übertragen werden kann?
• Falls die Ordination in eigenen Räumlichkeiten geführt wird, was soll mit diesen geschehen, wie hoch ist deren Wert?

 

Planung einer unabhängigen Zukunft als Arzt und Zahnarzt

Wir betreuen eine ständig wachsende Zahl von unselbständigen Ärzten und Zahnärzten. Diesen Mandanten – sowie allen anderen Interessierten – wollen wir ein Spezialseminar in unserer Kanzlei ans Herz legen.
Neben der Tätigkeit im Krankenhaus ist die Mitarbeit in einer bestehenden Ordination - oder sogar das Einmieten in die Praxis eines Kollegen - für viele Spitalsärzte ein wichtiger Schritt in eine unabhängige Zukunft. Man sollte daher grundsätzlich überprüfen, ob es sich lohnt - wie viele Oberärzte oder Primarärzte –„nebenbei“ eine eigene (Wahlarzt) Praxis aufzubauen.
Dies ist meist eine unabdingbare Voraussetzung zur späteren Übernahme einer Kassenpraxis, da in den meisten Bundesländern die für die Vergabe von Kassenverträgen gültigen Punktesysteme bei Bestehen einer Wahlarztordination oder Praxisvertretung einen zusätzlichen Bonus vorsehen.


Im Zuge einer Praxisgründung wird man als Arzt mit vielen neuen und ungewohnten Fragestellungen konfrontiert. Es gilt neben der erworbenen Kompetenz als Arzt zahlreiche wirtschaftliche und rechtliche Problemstellungen zu bewältigen. So müssen beispielsweise ein Standort für die Ordination gefunden werden, mit der Bank die Finanzierung sichergestellt sein, Mitarbeiter gefunden und eingestellt werden, steuerliche Bestimmungen beachtet werden ... - um nur eine kleine Auswahl zu geben.

 

Kompetente Hinweise und Tipps zu den Themen

✱ Rentabilitätsrechnung, Praxisgründung
✱ Investitionsplan, Wirtschaftsplan
✱ Unterstützung bei Kaufverhandlungen
✱ Kaufpreis - Angemessenheit
✱ Gestaltung des Kaufvertrages
✱ Finanzierung und Versicherung
✱ Vergleich Kauf - Leasing
✱ Sozialversicherungsrechtliche Fragen

erhalten Sie bei dem Seminar „Praxiseröffnung - Der Arzt als Unternehmer / Der Weg zur erfolgreichen Praxisgründung“ in unserer Kanzlei.

Jeder Teilnehmer erhält das Kompendium "Praxisgründung für Ärzte".

MI 28.02.2018 / 18 – 21 h
(Um pünktliches Erscheinen wird gebeten! Wir laden anschließend zum Buffet.)


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