Leonhart und Leonhart
Wirtschaftstreuhand Gmbh + Co KG



5.10.2018

Die Neuregelung der gesetzlichen Arbeitszeit

Alle Neuerungen im √úberblick


Die einschlägigen Bestimmungen hinsichtlich Einhaltung der gesetzlich vorgesehenen Arbeitszeit von Dienstnehmern waren wegen der jüngsten gesetzlichen Änderungen im allgemeinen Fokus. Die Materie ist kompliziert, denn neben den gesetzlichen Regelungen (Arbeitszeitgesetz, Arbeitsruhegesetz, www.jusline.at/gesetz/arg) sind auch die für jede Branche unterschiedlichen Regelungen des jeweiligen Kollektivvertrages heranzuziehen. Die Kollektivverträge für die wichtigsten Gesundheitsberufe finden Sie auf unserer Website unter Personalverrechnung.


Die Arbeitszeit von Kindern und Jugendlichen sind im Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz geregelt ( tägliche Arbeitszeit beträgt  8 und  die Wochenarbeitszeit 40 Stunden) und für  werdende  Mütter gibt es Sonderbestimmungen im Mutterschutzgesetz.

Ab 1.September 2018 gelten neue Höchstgrenzen der Arbeitszeit


Es gilt eine Tageshöchstarbeitszeit (Summe der Normalarbeitszeit und Überstunden) von 12 Stunden  und eine Wochenhöchstarbeitszeit von 60 Stunden. Dabei darf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit innerhalb eines  Durchrechnungszeitraums von 17 Wochen 48 Stunden nicht überschreiten.
Achtung! Bestehende strengere Regelungen in Kollektivverträgen sind allerdings weiterhin zu beachten.
Die neue Überstundenregelung
Pro Woche sind 20  Überstunden zulässig. Allerdings muss neben den Höchstgrenzen der Tages- und Wochenarbeitszeit die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 48 Stunden eingehalten werden.


Arbeitnehmer dürfen Überstunden ohne Angabe von Gründen ablehnen, wenn dadurch eine Tagesarbeitszeit von 10 Stunden oder eine Wochenarbeitszeit von 50 Stunden überschritten wird. Sie dürfen deswegen nicht benachteiligt werden. Außerdem dürfen sie selbst entscheiden, ob diese Überstunden, wenn sie diese leisten, durch Überstundenzuschlag oder Zeitausgleich abgegolten werden.

 

Zwingende Arbeitszeitlisten


Der Arbeitgeber hat  zur Überwachung Aufzeichnungen über die geleisteten Arbeitsstunden zu führen. Diese werden durch das Arbeitsinspektorat überprüft und die Nichteinhaltung bestraft. Eine Mustervorlage finden Sie auf unserer Website unter dem Hauptpunkt Personalverrechnung/Formulare.


Das Gesetz sieht keine konkrete Form vor, in der die Arbeitszeitaufzeichnungen zu erfolgen haben. Der Arbeitnehmer sollte mit seiner Unterschrift jedenfalls regelmäßig die Richtigkeit der Arbeitszeitaufzeichnungen bestätigen. Dadurch kann sich der Arbeitgeber vor der unberechtigten Geltendmachung von Überstunden schützen.

 

Möglicher Entfall der Aufzeichnungspflicht


Bei Arbeitnehmern, die einer fixen, schriftlich festgehaltenen Arbeitszeiteinteilung unterliegen, muss lediglich die Einhaltung der Arbeitszeiteinteilung zumindest am Ende des Monats bestätigt werden. Eine Mustervorlage auch für diesen Fall finden Sie auf unserer Website unter Personalverrechnung/Formulare.

 

Ruhepausen


Grundsätzlich sind in den Arbeitszeitaufzeichnungen auch die Ruhepausen festzu-halten. Diese Verpflichtung entfällt jedoch, wenn durch Einzelvereinbarung Beginn und Ende der Ruhepausen festgelegt werden oder es dem Arbeitnehmer überlassen wird, innerhalb eines festgelegten Zeitraumes die Ruhepausen zu nehmen und in der Praxis von dieser Vereinbarung nicht abgewichen wird.


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