Leonhart und Leonhart
Wirtschaftstreuhand Gmbh + Co KG



05.08.2021

Neue Befreiungsregelung für „Öffi-Tickets“ ab 1. Juli 2021

Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten einer Wochen-, Monats- oder Jahreskarte für öffentliche Verkehrsmittel, ist diese Kostenübernahme ab 1. Juli 2021 unter folgenden Voraussetzungen abgabenfrei

• Der Erwerb (bzw. die Verlängerung) der Wochen-, Monats- oder Jahrestickets erfolgt ab dem 1. Juli 2021 (Kostenersätze für davor erworbene bzw. verlängerte Tickets bleiben steuerpflichtig).

• Die Wochen-, Monats- oder Jahreskarte muss räumlich zumindest auch am Wohn- oder Arbeitsort des Arbeitnehmers gelten.

• Der Arbeitnehmer legt einen Nachweis für den tatsächlichen Erwerb der Wochen- / Monats- / Jahreskarte vor und es wird eine Kopie (vom Ticket oder von der Ticketrechnung) zu den Lohnunterlagen genommen.

• Es darf sich um keine Bezugsumwandlung handeln (die Kostenübernahme darf also nicht anstelle des bisherigen Arbeitslohns oder einer üblichen Lohnerhöhung erfolgen).

Es ist somit – anders als bei der herkömmlichen Jobticket-Regelung – nicht erforderlich, dass das Ticket vom Arbeitgeber angeschafft wird und die Rechnung an den Arbeitgeber adressiert ist. Außerdem ist es keine Voraussetzung, dass es sich um eine Streckenkarte für die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte handelt (bzw. dass eine Netzkarte nur akzeptiert wird, wenn es keine Streckenkarte gibt, wie z.B. in Wien).

Erforderlich ist nur, dass die Karte zumindest auch am Wohnort oder am Arbeitsort des Arbeitnehmers gültig ist. Es darf sich auch um eine Karte z.B. für ein ganzes Bundesland oder ganz Österreich handeln (z.B. 1-2-3-Ticket o.ä.). Diese Kostenübernahme für vom Arbeitnehmer selbst gekauften „Öffi-Tickets“ ist somit eine interessante und relativ unbürokratische Alternative zu den sehr strengen Regeln des herkömmlichen Jobtickets.

Die Abgabenfreiheit bezieht sich wie beim klassischen Jobticket auf alle Lohnabgaben (Lohnsteuer, DB, DZ, Kommunalsteuer, Sozialversicherung, betriebliche Vorsorge).

Dem Arbeitgeber steht es grundsätzlich frei, ob und welchen Arbeitnehmern er eine Kostenübernahme für „Öffi-Tickets“ gewährt. Die Abgabenfreiheit ist auch dann gegeben, wenn die Kostenübernahme nicht allen, sondern nur einzelnen Arbeitnehmern gewährt wird.

Hinweis: Gegenüber der „alten“ Jobticket- Variante, welche nach wie vor besteht, hat die direkte Kostenübernahme einen Nachteil: Kauft der Arbeitgeber das Jobticket direkt, kann er im Fall der Beendigung des Dienstverhältnisses vom Arbeitnehmer ein länger gültiges Jobticket zurück verlangen und die noch offenen Monate vom Verkehrsbetrieb rückerstatten lassen. Bei Kostenübernahme eines durch den Arbeitnehmer gekauften Jobtickets müsste die Rückvergütung der noch nicht abgelaufenen Monate vom Arbeitnehmer direkt eingefordert werden.


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