fb_logo.png @steuerberatungleonhart

Besuchen Sie uns auf Facebook! 


12.9.2019

NEUIGKEITEN! Die Anstellung von Ärzten in Kassenpraxen

Durch die Novelle des Ärztegesetzes im Dezember 2018 wurde die Möglichkeit einer Anstellung von Ärzten in der Ordination von Kollegen eröffnet. Jetzt wird dies auch Kassen- Ordinationen ermöglicht.

 
Bisher musste ein Kassenarzt seine Ordination allein betreiben und durfte sich bei Abwesenheiten lediglich vertreten lassen – ein Vertretungsarzt hilft freiberuflich aus, zudem dürfen durch ihn die Ordinationszeiten nicht verlängert werden. Ab Oktober ist es nun sowohl Fach- als auch Hausärzten (inklusive Gruppenpraxen) erlaubt, Kollegen anzustellen und damit auch ihre Ordinationszeiten auszuweiten. Stellt ein Arzt einen anderen ein, erfolgt die Abrechnung sämtlicher Leistungen über den einen bestehenden Kassenvertrag des ursprünglichen Ordinationsbetreibers.
 
Die Anstellung kann befristet oder unbefristet erfolgen. Ersteres beispielsweise dann, wenn wegen einer bevorstehenden Grippewelle ein zeitlich begrenzter größerer Andrang von Patienten zu erwarten ist. Eine unbefristete Anstellung hingegen kommt infrage, wenn ein Arzt laufend von so vielen Patienten aufgesucht wird, dass die Wartezeiten extrem lang sind, und er daher die Öffnungszeiten anpassen will. Beide Varianten müssen begründet und von der Krankenkasse genehmigt werden.
In einer Einzelordination darf nur ein (vollzeitbeschäftigter) Arzt angestellt werden, in einer Gruppenpraxis sind es zwei. Zudem muss ein Arzt, der einen Kollegen anstellt, weiterhin „maßgeblich“ in der Ordination tätig sein. Was genau das bedeutet, wurde allerdings nicht festgelegt und liegt im Ermessen des Betroffenen.
 
Etwaige Konkretisierungen sollen nach einer Beobachtungsphase Mitte 2020 erfolgen. Zudem muss den Patienten transparent (etwa durch Aushang im Wartezimmer oder auf der Website) mitgeteilt werden, zu welchen Ordinationszeiten welcher Arzt anzutreffen ist. Die Ärzte dürfen zum Zeitpunkt der Anstellung nicht älter als 70 Jahre alt sein.
 
Damit soll vor allem jungen Medizinern der Einstieg in die Arbeit als Kassenarzt erleichtert werden. Auch für Ärzte, die nicht Vollzeit arbeiten wollen, soll die Anstellung eine Alternative bieten. Denn wer bisher eine Kassenstelle annahm, musste sie hauptberuflich betreiben, also mindestens 20 Wochenstunden offen haben.
 
Die dargestellte geplante Neuregelung soll durch Beschlüsse der Ärztekammer sowie Sozialversicherungen im Oktober 2019 in Kraft treten.
 
Weitere Artikel zu dem Thema finden Sie hier .  


<< zurück zur Übersicht



Interessiert? Fordern Sie hier unverbindlich nähere Informationen an!

Druckversion