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23.3.2020

COVID 19 - Neueste Entwicklungen Kurzarbeitsmodell (Stand 23.3.2020)

Wir sind bestrebt, Sie auf diesem Weg über die aktuelle Entwicklung insbesondere beim Corona Kurzarbeitsmodell auf dem Laufenden zu halten. Dieses hat zum Ziel, dass die Arbeitgeber Dienstverhältnisse aufrechterhalten, den Arbeitnehmern einen garantierten Mindestbezug bezahlen (Kurzarbeit Unterstützung an Arbeitnehmer) und dafür als Ausgleich vom Arbeitsmarktservice (AMS) eine Refundierung (Kurzarbeit Beihilfe an Arbeitgeber) erhalten.


Dies bewirkt, dass bei einer mit einem Nettobezug von 1500 € entlohnten Arbeitskraft bei Inanspruchnahme des Kurzarbeits- Beihilfemodells und einer Reduktion der Arbeitszeit um 90 % dem Arbeitgeber unter Berücksichtigung der Rückvergütungen durch das AMS monatliche Kosten von ca. 320 € (zuzüglich den internen Abwicklungskosten für das Verfahren) verbleiben. (Hinweis: Diese Berechnung ist unverbindlich!). 
 
Seit letzten Donnerstagabend liegen vom AMS das Antragsformular für die Kurzarbeits- Beihilfe und dazugehörige Richtlinien samt Tabellen mit Festlegung der Pauschalsätze vor. https://www.ams.at/unternehmen/personalsicherung-und- ruehwarnsystem/kurzarbeit/downloadskurzarbeit
 
Seit Freitagabend gibt es auch einen Rechner, welcher die Abfrage der Pauschalsätze und Pauschalbeträge für Arbeitnehmer ermöglicht:
 
 
 

 
Wir empfehlen allen Mandanten, welche eine Inanspruchnahme der Kurzarbeitsbeihilfe überlegen, insbesondere die angeführten Richtlinien zur Kurzarbeit durchzulesen. Unser Rundschreiben sprengt die Möglichkeiten, alle darin enthaltenen Details darzustellen, hier einige Hinweise: - Sozialpartner- Vereinbarung (Einzelvereinbarung): Muss zwischen Interessenvertretung und Gewerkschaft für jeden Betrieb gesondert abgeschlossen werden und ist notwendige Beilage zum Antrag an das AMS. Diese kann vereinfacht (unter Auslassung diverser Punkte im derzeitigen Muster der Wirtschaftskammer) eingereicht werden.
 
Hinweis: Eine solche Mustervereinbarung gibt es derzeit nur für Gewerbetreibende (Mitglieder der Wirtschaftskammer).
Für Ärzte liegt diese derzeit noch nicht vor (Mitteilung der Ärztekammer).
Für Zahnärzte gibt es zwar ein Formular, laut Mitteilung der Zahnärztekammer verhandelt diese allerdings noch mit der Gewerkschaft.

Arbeitszeit Ausfall:

Muss einheitlich für alle beantragten Dienstnehmer angegeben werden und kann bis zu 90 % betragen. Für den Antrag müssen Durchschnittswerte nach bestimmten Gehaltsgruppen berechnet und im Formular eingetragen werden.

 
Höhe Kurzarbeit- Unterstützung an Arbeitnehmer:

Staffelung 80 % /85 % / 90 % abhängig vom letzten Netto-Bezug. Die Kurzarbeitsbeihilfe gilt als normaler Arbeitslohn, weshalb die Arbeitgeber Lohnsteuer, Sozialversicherung und Lohnnebenkosten (Ausnahme: Kommunalsteuer) abzuführen haben. Die Sozialversicherung samt Mitarbeitervorsorgekasse ist im Übrigen vom letzten Bruttobezug zu berechnen.
Die Sonderzahlungen (Urlaubs und Weihnachtsgeld) hat der Arbeitgeber zusätzlich in Höhe des Letztbezuges auszuzahlen, gilt auch für Entgelt im Krankheitsfall. 


Laut Richtlinie:

Erfordernis Führung von Arbeitszeit-Stunden-Listen gegliedert nach
Kurzarbeitszeit/ Krankenstand/ Urlaub/ allfälliger Normalarbeitszeit. Diese ZeitAufzeichnung muss der monatlichen Gehaltsabrechnung zugrunde gelegt werden und ist Teil
des " Reporting" an das AMS.

 
Kurzarbeits Beihilfe an Arbeitgeber:

Verpflichtende Regelung hinsichtlich monatlichem
Durchführungsbericht an AMS, zusätzlich Übermittlung nachträglicher elektronischer
Abrechnung an das AMS.
Der Arbeitgeber wird durch das AMS zu einem regelmäßigen und detaillierten monatlichen
2-stufigen "Reporting" verpflichtet, bei Nichteinhaltung von Regelungen Streichung der
Refundierung sowie Rückzahlungsverpflichtung.

Kündigungssperre:

Kündigungssperre bei sonstiger Streichung der Kurzarbeitsbeihilfe an Arbeitgeber.

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Unsere Einschätzung
 
Die vorliegende Regelung ist nach unserer Einschätzung bürokratisch, schwerfällig und aufwendig für alle betroffenen Arbeitgeber.
 
Das Ziel der Regierung ist, die Arbeitnehmer im Beschäftigungsverhältnis zu halten und dafür den Arbeitgebern eine Beihilfe zu bezahlen. Die Arbeitgeber haben allerdings diese Kosten im Voraus zu finanzieren und erhalten einen bürokratischen Zusatzaufwand, der natürlich Kosten und Mühewaltung verursacht. Es sollten daher alle Interessenten die vom AMS bereitgestellten Dokumente, insbesondere die Verpflichtungserklärung samt Bundesrichtlinie (Link oben) eingehend
studieren.
 
Der Vorteil für Arbeitgeber liegt in der Beibehaltung des Dienstverhältnisses und der vollständigen Belegschaft.
Aus der Sicht der Arbeitgeber kommt als Alternative die Aussetzung der Dienstverhältnisse (einvernehmliche Auflösung) mit Wiedereinstellungszusage in Betracht. In diesem Fall meldet sich der Arbeitnehmer beim AMS arbeitslos und erhält Arbeitslosenunterstützung (damit verbunden Sozialversicherung), welche allerdings regelmäßig niedriger ist als die Kurzarbeits- Unterstützung.
 
Der Vorteil für Arbeitnehmer liegt in der Beibehaltung der Vollversicherung im bisherigen Ausmaß, das Dienstverhältnis bleibt aufrecht, der Nettobezug wird (zu 90/ 85/ 80 %) wie gewohnt überwiesen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld in voller bisheriger Höhe, Entgeltfortzahlung Krankenstand in voller bisheriger Höhe, Kündigungsschutz etc. bei gleichzeitig auf bis zu 90 %
verringerter Arbeitsverpflichtung.
 
Sehr geehrte Mandanten, wir beraten und unterstützen Sie gerne zu Ihren Anliegen. Derzeit haben wir aufgrund der aktuellen Situation ein stark erhöhtes Beratungsaufkommen, es kann daher zu Wartezeiten kommen.
 
Die komplexe Antragstellung für das Corona Kurzarbeitsmodell beim AMS erfordert von Seiten der EDV ausreichende Vorbereitung, unser EDV-Lieferant arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck daran. Sobald diese Voraussetzung geschaffen ist informieren wir Sie und können dann die erforderlichen Auswertungen zum Ausfüllen des AMS Antragsformulars zur Verfügung stellen.


Interessiert? Fordern Sie hier unverbindlich nähere Informationen an!

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