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09.10.2020

COVID-19 Investitionsprämie für Unternehmen

Um die österreichische Wirtschaft in Folge der Corona-Krise zu unterstützen, wurde von der Bundesregierung die „COVID-19-Invesititionsprämie für Unternehmen“ ge-schaffen. Die Förderung erfolgt in Form eines nicht rückzahlbaren, steuerfreien Zuschusses durch Einmalzahlung und ist kompatibel mit anderen Fördermaßnahmen wie beispielsweise Fixkostenzuschüssen.

Förderfähig sind Unternehmen aller Größen und Branchen mit Sitz in Österreich, somit auch alle Arztpraxen. Fördergeber und Abwickler ist die Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS) (www.aws.at ).

Förderung von Neuinvestitionen

Die Förderung erfolgt durch einen 7 %- Zuschuss auf die förderfähigen Kosten. Die Investitionsprämie wird auf 14 % verdoppelt, wenn die Maßnahmen im Zusammenhang mit Digitalisierung, Ökologisierung, Gesundheit und Life Science stehen.

Die Förderung gibt es für materielle und immaterielle aktivierungspflichtige Investitionen in Unternehmen. Dabei kommen auch gebrauchte Gegenstände, sofern es sich um eine Neuanschaffung für das investierende Unternehmen handelt, in Betracht. Um den Zuschuss zu erhalten, müssen pro Förderantrag Investitionen von mindestens € 5000 vorliegen.

Anträge für Investitionsprämie ab September

Eine Antragstellung kann im Zeitraum vom 01.09.2020 bis inklusive 28.02.2021 ausschließlich online per AWS Fördermanager (https://foerdermanager.aws.at) erfolgen.

Im Zusammenhang mit der Investition müssen zwischen dem 1.8.2020 und dem 28.2.2021 sogenannte erste Maßnahmen vorliegen. Dazu zählen Bestellungen, Kaufverträge, Lieferungen, der Beginn von Leistungen, Anzahlungen, Zahlungen, Rechnungen oder der Baubeginn. Planungsleistungen, Einholung von behördlichen Genehmigungen und Finanzierungsgespräche zählen nicht zu den ersten Maßnahmen. Die Inbetriebnahme und Bezahlung haben im Zeitraum vom 1.8.2020 und dem 28.2.2022 zu erfolgen.

Die Förderungsvergabe wird chronologisch bearbeitet, daher ist eine baldige Antragstellung sinnvoll.

Nach Antragstellung und positiver Förderungszusage ist binnen drei Monaten ab Inbetriebnahme und Bezahlung der Investitionen online eine Endabrechnung vorzulegen. Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt nach Überprüfung der Endabrechnung durch das AWS.

 

Welche Investitionen werden nicht gefördert?

Explizit ausgenommen sind klimaschädliche Neuinvestitionen, Grundstücke, Finanzanlagen, Firmenübernahmen und aktivierte Eigenleistungen. Daher sind u.a. ausgenommen:

 

· Investitionen, die fossile Energieträger nutzen.

· Investitionen, bei denen vor dem 01.08.2020 oder nach dem 28.02.2021 erste Maßnahmen gesetzt wurden

· Leasingfinanzierte Investitionen

· Kosten außerhalb des Unternehmens wie z.B. Privatanteile

· Erwerb von Gebäuden/-anteilen (Ausnahme: Direkterwerb vom Bauträger)

· Bau und Ausbau von Wohngebäuden zum Verkauf oder zur Vermietung an Private

· Unternehmensübernahmen und Finanzanlagen

· Unbebaute Grundstücke

 

Sonderregelung für Kraftfahrzeuge

Pkw mit ausschließlichem Verbrennungsantrieb erhalten keine Förderung, Hybridfahrzeuge mit mindestens 40 km elektrischer Reichweite sind mit 7 % förderbar, Pkw mit ausschließlichem E-Antrieb mit 14 %.


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Investitionsprämie in doppelter Höhe für Öko- und Digitalisierungsprojekte

Der Zuschuss beträgt grundsätzlich 7% der Anschaffungskosten der förderungsfähigen Investitionen. Für die Bereiche Ökologisierung, Digitalisierung und Gesundheits- und Life Science beträgt der Zuschuss 14%.

Unter Ökologisierungsinvestitionen fallen Anschaffungen die in Zusammenhang mit Klimaschutz, Mobilitätsmanagement und Elektrofahrzeuge, Energieeinsparung, Abfallwirtschaft und Gebäudesanierung stehen.

Im Bereich der Digitalisierung werden Investitionen in Hardware, Software und Technologien gefördert, die unter anderem die Digitalisierung von Infrastrukturen, Geschäftsmodellen und Prozessen begünstigen. Die Einführung wie auch Verbesserung von IT- und Sicherheitsmaßnahmen, die Schaffung von Homeoffice Möglichkeiten und mobiles Arbeiten sowie die Nutzung der digitalen Verwaltung fallen ebenso darunter.

Im Bereich der Gesundheit und Life Science werden Investitionen für die Entwicklung und Herstellung von Medizinprodukten bei Pandemien gefördert.

Die offizielle Förderrichtlinie zur Investitionsprämie sowie den Fragen-Antworten-Katalog des AWS finden Sie unter www.aws.at.

Erhöhte Prämie für Investitionen in Arztpraxen

Investitionen in Arztpraxen sind nach den allgemeinen Kriterien der Richtlinie zur Covid-19 Investitionsprämie für Unternehmen zu beurteilen. Eine gesonderte Regelung für den Gesundheitssektor besteht nicht, es gilt daher der allgemeine Fördersatz von 7 %, nur soweit die laut Verordnung Anhang 1-3 aufgezählten Kriterien erfüllt sind, der erhöhte Fördersatz von 14 %.

In vielen Arztpraxen werden medizinische Geräte verwendet, welche mit der vorhandenen EDV-Struktur direkt verbunden sind und häufig mit spezieller Software gesteuert werden. Diese Geräte sind meist auch mit den verwendeten Datensystemen der Ordination verbunden.

Als Beispiele können digital gesteuerte

·         medizinische Messgeräte

·         Analyse-/ Laborgeräte

·         Bildgebende Diagnostik

genannt werden.

Aufgrund einer durch unsere Kanzlei eingebrachten schriftlichen Anfrage hat das AWS bestätigt, dass die aufgezählten medizinischen Geräte mit Anbindung an Daten- und Informationssysteme mit der erhöhten 14 % Investitionsprämie förderbar sind.

Andere Investitionen in Arztpraxen wie Heizung, Klimatisierung, Wärmedämmung, Energiegewinnung, EDV-Infrastruktur, Software, CAD/CAM-Systeme, E-Mobilität etc. sind, soweit diese unter die Verordnung fallen, gleichfalls mit der erhöhten 14 %- Prämie förderbar.

Die Abgrenzung, welche Investitionsmaßnahmen die Kriterien der erhöhten Förderung erfüllen, ist oft schwierig und erfordert technische Fachkenntnis. Die Entscheidung über die Zuerkennung der erhöhten Prämie trifft das AWS, entsprechende Argumente und Nachweise obliegen dem Förderungswerber. In vielen Fällen wird dieser auf entsprechende Expertise von Lieferanten und Fachleuten (Ziviltechniker etc.) zurückgreifen müssen.

Was Sie bei der Antragstellung beachten sollten

 Bei Beantragung der Investitionsprämie ist im Antragsformular eine Aufgliederung der beantragten Förderung auf die einzelnen oben genannten Kategorien vorzunehmen. Dabei sollte im Zweifel eine ausreichende „Reserve“ mit eingeplant werden. Wird der bewilligte Förderungsbetrag bei der Endabrechnung unterschritten, hat dies keine Folgen. Wird der beantragte Förderungsbetrag allerdings überschritten, kommt es seiner Deckelung mit dem gestellt Antrag.

 Nach Inbetriebnahme der geförderten Investition und erfolgter Bezahlung muss innerhalb von 3 Monaten die Endabrechnung der Förderung beim AWS eingereicht werden. Liegt im Rahmen des Förderansuchens eine Vielzahl von Gegenständen vor welche in mehreren Tranchen geliefert und in Betrieb genommen werden, vor ist unseres Erachtens mit Inbetriebnahme des letzten im Rahmen der Förderung vorgesehenen Gegenstandes die Endabrechnung für das gesamte Förderansuchen zu stellen.

Interessiert? Fordern Sie hier unverbindlich nähere Informationen an!

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