fb_logo.png @steuerberatungleonhart

Besuchen Sie uns auf Facebook! 


15.06.2020

Corona- Fixkosten Zuschuss

Geänderte Regeln für den Corona- Fixkosten Zuschuss

Die Rahmenbedingungen für die Förderung wurden in den letzten Tagen modifiziert und die Laufzeit der Maßnahme bis 15. September 2020 verlängert.
Neben der bisher für den Erhalt der Förderung vorgesehenen quartalsweisen Berechnungsgrundlage gibt es jetzt als Alternative einen einmonatigen Betrachtungszeitraum.
Damit besteht die Chance, auch bei einem nur monatsweise nachweisbaren Umsatzrückgang von mindestens 40 % eine Förderung zu erhalten. Die Betrachtungszeiträume für die Berechnung der Förderung beginnen jeweils am 16. des Monats und enden am darauffolgenden 15. des Folgemonats, was die Sache insgesamt nicht vereinfacht.
 
Die Bestimmung des optimalen Anspruchszeitraumes ist aufgrund dieser geänderten Spielregeln nur nach Vorliegen konkreter Daten im Nachhinein möglich. Es dürfen die für die Antragstellung erforderlichen aufwändigen Vorarbeiten und Vergleichsrechnungen nicht vernachlässigt werden.
 
Die Höhe der Zuschüsse dürfte bei den meisten Arzt- und Freiberuflerpraxen eher überschaubar sein, zumal Einkünfte aus Dienstverhältnissen, Pensionen, Vermietungen etc. die Vergütung des Unternehmerlohnes reduzieren. 
 
Durch unsere Kanzlei ist eine Überprüfung, ob weitere Schritte zur Antragstellung empfehlenswert sind, erst nach Vorliegen der Buchhaltungsdaten des gesamten Betrachtungszeitraumes 16. März bis 15. September 2020 sinnvoll.


<< zurück zur Übersicht


Die aktuellen Neuregelungen für Zuschüsse aus dem Corona- Hilfsfonds
 
Wann steht die Förderung zu?
 
  Der Fixkostenzuschuss ist gestaffelt und abhängig vom Umsatzausfall des Unternehmens:
  • 40 – 60% Ausfall: 25% Ersatzleistung
  • 60 – 80% Ausfall: 50% Ersatzleistung
  • 80-100% Ausfall: 75% Ersatzleistung
 Für eine Beantragung muss der Fixkostenzuschuss mindestens 500 Euro betragen.
 
Zeitraum für Ersatz der Fixkosten?
 
 Variante 1: Für die Berechnung des Umsatzaus-falls werden die Umsätze des 2. Quartals 2020 jenen des 2. Quartals 2019 gegenübergestellt.
Variante 2: Abweichend vom Quartalsvergleich kann einer der folgenden Betrachtungszeiträume mit Vergleich zum jeweils entsprechenden Zeit-raum des Vorjahres gewählt werden.
 
Betrachtungszeiträume
1.  16. März 2020 bis 15. April 2020
2.  16. April 2020 bis 15. Mai 2020
3.  16. Mai 2020 bis 15. Juni 2020
4.  16. Juni 2020 bis 15. Juli 2020
5.  16. Juli 2020 bis 15. August 2020
6.  16. August 2020 bis 15. Sept. 2020
 Anträge können für bis zu maximal 3 Betrachtungszeiträume, die zeitlich zusammenhängen müssen, gestellt werden.
 
Welche Fixkosten werden ersetzt?
 
  • Geschäftsraummieten und Pacht 
  • betriebliche Versicherungsprämien
  • Zinsaufwendungen für Kredite / Darlehen
  • Finanzierungskostenanteil der Leasingraten
  • Aufwendungen für sonstige vertraglich betriebsnotwendige Zahlungsverpflichtungen, die nicht das Personal betreffen
  • betriebliche Lizenzgebühren
  • Aufwendungen für Strom / Gas / Telekommunikation
  • Personalaufwendungen, die ausschließlich für die Bearbeitung von krisenbedingten Stornierungen und Umbuchungen anfallen
  • Steuerberaterkosten bis max. 500 Euro.
Wertverlust für "Waren" ?
 
Kommt es bei verderblichen oder saisonalen Waren zu einem Wertverlust von 50% oder mehr, so gibt es auch dafür die genannten Zuschüsse. 
 
Unternehmerlohn als Fixkostenzuschuss?
 
Ein angemessener Unternehmerlohn bei einkommensteuerpflichtigen Unternehmen (natürliche Personen als Einzel- oder Mitunternehmer) ist vorgesehen; dieser ist auf Basis des letzten veranlagten Vorjahres zu ermitteln (monatlicher Unternehmerlohn= steuerlicher Gewinn des letzt-veranlagten Vorjahres pro Monat). 
 
Als Unternehmerlohn dürfen jedenfalls EUR 666,67 höchstens aber EUR 2.667,67 pro Monat angesetzt werden (daraus wird die Ersatzleistung von 25 % bis 75 % errechnet).
 
Achtung: Vom Unternehmerlohn sind "Nebenein-künfte" (zB Dienstverhältnis, Pension, Vermie-tung) des Betrachtungszeitraumes abzuziehen.
 
Zeitpunkt der Antragstellung ?
 
 Ab 20. Mai 2020 über FinanzOnline, der Antrag ist spätestens bis zum 31. August 2021 einzubringen.
 
Wie erfolgt die Auszahlung?
 
Die Auszahlung ist in 3 Tranchen vorgesehen. Um den gesamten Fixkostenzuschuss zu erhalten, müssen neben dem Antrag und das Auszahlungs-ersuchen für die erste Tranche ( ab 20. Mai 2020) auch die Auszahlungsansuchen für die zweite (ab 19. August 2020) und die dritte Tranche (ab 19. November 2020) gestellt werden.
 
Es ist aber möglich, sämtliche Auszahlungsersuchen nachträglich bis zum 31. August 2021 in einem Arbeitsgang zu erledigen.
 
Wer entscheidet über den Fixkostenzuschuss?
 
Die COFAG entscheidet über den Antrag nach abgeschlossener Antragsprüfung. Die Antragsprüfung wird durch die Finanzverwaltung für die COFAG durchgeführt. Jeder Antrag wird einer automatisierten Plausibilitätsprüfung durch die Finanzverwaltung unterzogen. Bestehen Zweifel an der Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann es auch zu einer vertieften Prüfung der Finanzverwaltung kommen.
 
Anrechnung anderer Unterstützungen?
 
Die bisherigen Unterstützungen werden gegengerechnet, d.h. diese Unterstützungen vermindern den anzusetzenden Fixkostenbetrag. Dies gilt auch für Entschädigungen nach dem Epidemiegesetz. 
 
Ausgenommen davon sind nur Zahlungen aus den Härtefallfonds und Zahlungen im Zusammenhang mit der Kurzarbeit.
Zahlungen im Zusammenhang mit dem Härtefallfonds und der Kurzarbeit vermindern daher den anzuset-zen Fixkostenbetrag nicht.
 
Weitere Einzelheiten finden Sie unter:
 
 
 
 
 
Überlegungen und Beispiel für Zuschuss aus dem Corona- Hilfsfonds
 
Beispiel: Der Umsatzrückgang 2020 einer Wahlarztpraxis im Vergleich zum Vorjahr beträgt:


 
Welcher der oben genannten Betrachtungszeiträume für die Beantragung des Zuschusses das günstigste Ergebnis liefert, hängt von der Wahl des Betrachtungszeitraumes (siehe oben) ab.
 
Variante 1: Wird der Umsatzausfall auf Basis des Betrachtungszeitraumes 2. Quartal 2020 ermittelt, sind für die Ermittlung des Fixkostenzuschusses die Fixkosten zwischen 16. März 2020 und 15. Juni 2020 als Bemessungsgrundlage heranzuziehen. Im Beispiel beträgt der Fixkostenzuschuss 25 % der für diesen Zeitraum ermittelten Fixkosten.
 
Variante 2: Wird ein vom 2. Quartal abweichender zusammenhängender 3 Monats- Betrachtungszeitraum gewählt, so sind auch die in diesem Zeitraum angefallenen Fixkosten für die Berechnung des Zuschusses heranzuziehen. Im Beispiel wird vermutlich der Betrachtungszeitraum ab 16. Mai und den beiden Folgemonaten bis 15. August am günstigsten sein, da im Zeitraum 16. Juni bis 15. Juli aufgrund des höheren Umsatzausfalls der Fixkostenzuschuss von 50 % zusteht, in den anderen Zeiträumen hingegen 25 %.
 
Die Berechnung, welche Variante mit dem günstigsten Ergebnis beantragt werden soll, ist naturgemäß erst nach Vorliegen der Buchhaltungsdaten vom September 2020 möglich


Interessiert? Fordern Sie hier unverbindlich nähere Informationen an!

Druckversion