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11.11.2019

Checkliste & Steuerspartipps zum Jahresende 2019

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind, sondern auch der unerfreuliche 32. Dezember. An diesem Tag ist bekanntermaßen einiges zu spät. Die nachstehende Übersicht zu steuerlichen Themen des Jahreswechsels erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Das ist in Anbetracht der Vielfalt des Steuer- und Sozialversicherungsrechtes auch gar nicht möglich.

Gewinnfreibetrag
 
Auch heuer steht allen steuerpflichtigen natürlichen Personen der Gewinnfreibetrag von bis zu 13% des Gewinnes für betriebliche Einkünfte zu. Zur Geltendmachung der Steuerbegünstigung sind bestimmte Investitionen oder der Kauf von bestimmten Wertpapieren erforderlich. Konkret geht es um die Anschaffung ungebrauchter beweglicher Wirtschaftsgüter für das Unternehmen (Software fällt nicht darunter!) und baulicher Investitionen in Betriebsgebäude. Für Pkw steht der GFB nicht zu, wohl aber für Kleinbusse und Klein-Lkw.
 
Bei den Wertpapieren steht eine große Auswahl zur Verfügung. Wichtig ist, dass bei der Bank Wertpapiere im Sinn von § 14 EStG bestellt werden! Beim Verkauf von Wertpapieren, die 2015 zur Geltendmachung des Freibetrages angeschafft wurden, muss unbedingt die „Behaltefrist“ von 48 Monaten eingehalten werden.
 
Der Gewinnfreibetrag beträgt 13 % des Jahresgewinnes 2019. Dabei gewährt der Gesetzgeber für € 30.000 automatisch den Grundfreibetrag in Höhe von maximal € 3.900 (= € 30.000 x 13 %). Übersteigt der Jahresgewinn € 30.000, kann für den darüber hinaus-gehenden Anteil der „investitionsbedingte“ Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden. Die Höchstsumme an Gewinnfreibetrag beträgt daher € 45.350.
 
Vorziehen von Betriebsausgaben
 
Durch das Vorziehen von Betriebsausgaben wie Mieten oder Medikamente betreffend das Jahr 2020 in das Jahr 2019 kann das steuerliche Ergebnis gesenkt werden. Es dürfen jedoch nur Ausgaben geltend gemacht werden, die tatsächlich das Jahr 2020 betreffen, nicht auch das Jahr 2021. Bitte beachten Sie: Wer diese Vorauszahlung im Folgejahr unterlässt, muss dann die „erwirtschaftete“ Steuer wieder zurückzahlen. Sollten Sie bereits vergangenes Jahr vorausgezahlt haben, ist es im Regelfall sinnvoll, dies auch heuer wieder zu tun.
 
Zusatzpensionen bzw. Risikoabsicherung für Mitarbeiter
 
Der Abschluss von Lebens-, Kranken- oder Unfallversicherungen für alle Arbeitnehmer oder bestimmte Gruppen ist bis zu € 300 pro Jahr und Arbeitnehmer steuerfrei. Man kann auch für alle Arbeitnehmer oder nur für bestimmte Gruppen einen Pensionskassenvertrag abschließen. Normalerweise wird hierbei das beitragsorientierte Modell gewählt, bei welchem maximal zehn Prozent des Jahresbruttoeinkommens in die Pensionskasse eingezahlt werden kann. Es fallen keine Lohnnebenkosten an, die spätere Auszahlung wird der Lohnsteuer unterworfen. 
 
Geschenke an Mitarbeiter und Betriebsveranstaltungen
 
Sachzuwendungen an Arbeitnehmer als Weihnachtsgeschenk sind innerhalb eines Freibetrages von € 186 für den Arbeitnehmer steuerfrei. Das gilt auch für Gutscheine oder Goldmünzen, wobei sämtliche im Laufe des Jahres gegebenen Geschenke zusammengezählt werden.
 
Kosten von Betriebsveranstaltungen wie Weihnachtsfeier oder Betriebsausflug sind pro Arbeitnehmer und Jahr bis zu € 365 erlaubt, ohne dass eine Steuer- und Sozialversicherungspflicht beim Arbeitnehmer entsteht. 
Es ist auch denkbar, Essenbons an Mitarbeiter steuerfrei abzugeben. 
 
Zuschuss zu Kinderbetreuungskosten
 
Leistet der Arbeitgeber für alle oder bestimmte Gruppen seiner Arbeitnehmer einen Zuschuss für die Kinderbetreuung, dann ist dieser Zuschuss bis zu einem Betrag von € 1.000 jährlich pro Kind bis zum zehnten Lebensjahr von der Lohnsteuer und SV-Beiträgen befreit. 
 
Die steuerliche Berücksichtigung des „Familienbonus Plus“ für Kinderbetreuungskosten erfolgt ab 2019 im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung bzw. Einkommensteuererklärung für das jeweilige Kalenderjahr.

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Jobticket
 
Zur Förderung des öffentlichen Verkehrs wurde die Möglichkeit geschaffen, dass der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer für die Wegstrecke Wohnung – Arbeitsstätte – Wohnung mit einem Massenbeförderungsmittel befördern lässt (z.B. Streckenkarte). Die Rechnung muss auf den Arbeitgeber lauten und hat den Namen des Arbeitnehmers zu beinhalten.
 
Aufbewahrungsfrist
 
Zum Jahresende läuft die siebenjährige Aufbewahrungspflicht für Aufzeichnungen des Jahres 2012 ab. Diese können daher ab 1.1.2020 vernichtet werden. Belege, die mit anhängigen Berufungsverfahren oder mit Grundstücken in Verbindung stehen, sind jedoch weiterhin aufbewahrungspflichtig (bis zu 22 Jahre!). Selbstverständlich gilt eine Aufbewahrungspflicht auch für Verträge, die noch gültig sind.
 
Sonderausgaben
 
Prämien für freiwillige Lebens-, Unfall- oder Krankenversicherungen sowie für Wohnraumschaffung und  –sanierung sind bis zu einem jährlichen Höchsteinkommen von € 36.400 zu einem Viertel absetzbar. Der maximal absetzbare Betrag beläuft sich auf ein Viertel von € 2.920, also € 730. Allerdings gilt das nur für Verträge, die vor dem 1.1.2016 abgeschlossen wurden. 
Zwischen € 36.400 und € 50.900 gibt es eine Einschleifregelung, darüber hinaus können diese nicht mehr abgesetzt werden. Bei Alleinverdienern und Alleinerziehern verdoppelt sich der Höchstbetrag auf € 5.840. 
 
Der Nachkauf von Pensionszeiten kann unbeschränkt abgesetzt werden.  
Beim Kirchenbeitrag beträgt die Obergrenze € 400.
 
Außergewöhnliche Belastungen
 
Ausgaben beispielsweise für Arzt, Medikamente, Krankenhaus, Zahnbehandlungen oder medizinisch notwendige Kuraufenthalte können im Jahr der Bezahlung unter dem Titel außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Steuerwirksam werden diese jedoch erst, wenn der vom Einkommen abhängige Selbstbehalt in Höhe von sechs bis zwölf Prozent in Abhängigkeit vom Einkommen überschritten wird. Für andere Belastungen wie etwa Unterhaltszahlungen, Behinderungen oder auswärtige Berufsausbildungen gibt es unabhängig von der tatsächlichen Höhe der geleisteten Zahlungen fixe Absetzbeträge.
 
Freigrenze bei Steuererklärungspflicht
 
Bei Lohnsteuerpflichtigen sind andere Einkünfte (ohne Steuererklärungspflicht) von insgesamt € 730 möglich.
 
Spenden 
 
Bestimmte Spenden sind steuerlich absetzbar. Den Link dazu finden Sie auf der Homepage des Finanzministeriums unter www.bmf.gv.at. Die Höhe der Spenden ist mit 10% der Einkünfte begrenzt. Neben Wissenschaft, Erwachsenenbildung, Kunst und Behindertensport sind  Spenden für karitative Zwecke mit folgendem Hintergrund zu nennen: Mildtätigkeit, Entwicklungshilfe, Katastrophenhilfe, Umweltschutz und Tierschutz. Auch ist hier die Absetzbarkeit von Spenden für die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren und der Landesfeuerwehrverbände zu erwähnen. Um sicher zu gehen, dass die Spenden auch tatsächlich steuerlich absetzbar sind, lohnt sich jedenfalls ein Blick auf die oben genannte Website.
  
Kinderbetreuungskosten 
 
Kinderbetreuungskosten sind ab 2019 steuerlich nicht mehr gesondert absetzbar, zum neuen „Familienbonus Plus“ siehe oben!
 
Letztmalige Möglichkeit der Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2014
 
Sie haben noch bis Jahresende Zeit, die Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2014 einzureichen. Danach ist die Fünf-Jahres-Frist abgelaufen und die Veranlagung kann nicht mehr nachgeholt werden.
 
Rückerstattung von Sozialversicherungsbeiträgen
 
Aufgrund von Mehrfachversicherungspflicht (z.B. zwei Dienstverhältnisse oder unselbständige und selbständige Tätigkeit) kann letztmals aus 2016 die über die Höchstbeitragsgrundlage hinaus bezahlte Sozialversicherung rückgefordert werden.
 
 
 


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