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3.7.2017

Gebäudesanierung für Errichtung Arztpraxis sofort absetzbar

Nach einer neuen Entscheidung des Bundesfinanzgerichtes liegt bei den Sanierungsarbeiten einer Arztpraxis eine sofort abziehbare Betriebsausgabe vor.

 

Bei der erstmaligen Einrichtung und Etablierung einer Arztpraxis in neu angemieteten Räumlichkeiten müssen häufig umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt werden. Mit dem Finanzamt wird dann häufig diskutiert, auf welchen Zeitraum die dabei anfallenden beträchtlichen Kosten abgesetzt werden können. Bisher ging man im wesentlichen davon aus, dass eine umfangreiche erstmalige Sanierung von Räumlichkeiten, in denen eine Arztpraxis neu eröffnet werden soll, nur verteilt auf einen längeren Zeitraum steuerlich absetzbar ist.


Generell ist der Aufwand zur Herstellung oder Anschaffung von Anlagevermögen nicht sofort absetzbar, sondern im Anlageverzeichnis zu aktivieren und verteilt auf die Nutzungsdauer abzuschreiben.


Jetzt hat das Bundesfinanzgericht in einem strittigen Fall zugunsten des beschwerdeführenden Arztes und gegen das Finanzamt entschieden: Der Arzt plante, seine Ordination in neue Räumlichkeiten, welche vorher eine private Wohnung umfassten, zu verlegen. Dabei wurden alle Räume einer Generalsanierung unterzogen. Es wurde in diesem Rahmen der Verputz von den Wänden abgeschlagen und neu aufgetragen, der gesamte Boden samt Unterboden abgetragen und neu aufgebaut, alle Fenster und Türen repariert bzw. ausgetauscht, die bestehenden Wasser- und Elektroinstallationen saniert und die komplette Gasetagen Heizung erneuert.


Die bestehende Bausubstanz wurde allerdings nicht angetastet, es wurden weder Wände abgetragen noch versetzt. Der bestehende Grundriss der Wohnung blieb unverändert erhalten.


Das Finanzamt ging von einer langfristigen Investition aus und gestattete nur eine jährliche Abschreibung von 2 % der Sanierungskosten, was einer Abschreibungsdauer von 50 Jahren entspricht. Der Arzt wollte hingegen den gesamten (erheblichen) Aufwand im Jahr der Bezahlung als sofort abzugsfähige Instandhaltung des Gebäudes absetzen.


Das Bundesfinanzgericht ging in seiner Entscheidung davon aus, dass es nur zu einer Verbesserung des Gebäudes, nicht aber einer Gebäudeneuanschaffung oder Änderung der Wesensart der Räume kam. Entscheidend für die Entscheidung des Gerichts war offenkundig, dass im vorliegenden Fall die bisherige Raumeinteilung und Größe des Objektes unverändert blieb. Es lag daher nach Ansicht des Gerichtes bei den Sanierungsarbeiten eine sofort abziehbare Betriebsausgabe vor.


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