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21.09.2017

Fragen und Fakten zum Beschäftigungsbonus ab 1.7.2017


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Seit 1.7.2017 kann für zusätzliche Arbeitskräfte ein Beschäftigungsbonus in Höhe von 50 % der Lohnnebenkosten beantragt werden. Was gibt es hierbei zu beachten?

Leider ist die Förderung ist jedoch mit erheblicher Bürokratie verbunden, sodass sie in der Praxis bei Ärzten eher selten zum Tragen kommen wird.

• Erste Voraussetzung für die Förderung ist, dass ein zusätzlicher Arbeitsplatz geschaffen wird.


• Zweite Voraussetzung: Das Ausmaß des zusätzlichen Arbeitsplatzes muss mindestens 38,5 Wochenstunden betragen oder mehrere zusätzliche Arbeitsplätze (außer geringfügig Beschäftigte) betragen zusammen mindestens 38,5 Wochenstunden.


• Dritte Voraussetzung: Entscheidend ist, dass das zusätzliche Vollzeitäquivalent von 38,5 Wochenstunden zum Abrech-nungsstichtag (= 12 Monate nach Be-schäftigungsbeginn) gegeben sein muss. Das gilt sinngemäß auch für weitere Förderungen der nächsten zwei Jahre. Diese zusätzlichen Arbeitsstunden müssen auf Dauer, mindestens 4 Monate gegeben sein.


• Vierte Voraussetzung: Die Neubeschäftigten dürfen in den letzten 6 Monaten nicht beim Antragsteller tätig gewesen sein.


• Fünfte Voraussetzung: Es ist vom Arzt als Dienstgeber ein Antrag über den elektronischen Fördermanager bei der AWS (Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH) zu stellen. Eine Unterstützung durch den Steuerberater kann hierbei nur erfolgen, indem der Dienstgeber einen Sub-Zugang für seinen Berater im eigenen Fördermanager-Portal einrichtet. Dieser Antrag ist auszudru-cken, vom Arzt sowie seinem Steuerberater zu unterfertigen und in der Folge im elektronischen Fördermanager wieder hochzuladen.


Der Antrag des Arztes/ Dienstgebers ist innerhalb von 30 Tagen ab Anmeldung des zusätzlichen Dienstnehmers zu stellen. Weiters ist die Anmeldebestätigung der GKK bereits im Zuge des Antrages bei der AWS hochzuladen. Details dazu unter www.beschaeftigungsbonus.at.


Zum Zeitpunkt der Antragstellung ist jedoch noch nicht sicher, ob die weiteren Voraussetzungen für eine Förderung später vorliegen werden, sodass sicher manche Anträge umsonst gestellt werden.


• Sechste Voraussetzung für eine eventuelle Förderung ist, dass die aufgenommene Person vor Beschäftigungsbeginn entweder
a) arbeitslos oder
b) Bildungsabgänger (Schulabgänger, Lehrabschluss oder bestimmte Lehr-gänge bzw. Schulungsmaßnahmen) oder
c) Jobwechsler (mit zumindest 4-monatiger ununterbrochener Erwerbs-tätigkeit im letzten Jahr) war.
Wiedereinsteiger werden daher meist nicht förderbar nach dieser Gesetzes-bestimmung sein; es ist jedoch mög-lich, dass es Förderungen seitens des AMS (Arbeitsmarktservice) gibt.

• Siebente Voraussetzung: Vorliegen einer „Zusätzlichen Arbeitskraft“ Ob diese Voraussetzung erfüllt ist, wird wie folgt ermittelt:
a) Anzahl der Mitarbeiter in der Ordination am Tag vor Beschäftigungsbeginn
b) Anzahl der Mitarbeiter am Ende der vorangegangenen 4 Quartale
Die höchste Mitarbeiteranzahl (inkl. karenzierter Mitarbeiter) zu einem dieser 5 Stichtage wird als Referenzwert herangezogen, d.h. nur wenn eine darüberhinausgehende zusätzliche Person („nach Köpfen“ gerechnet) aufge-nommen wird, liegt Förderbarkeit vor.

Die Ermittlung des Referenzwertes kann zwar „durch Eingriffe gestaltet werden“ (z.B. Wahl des Beschäftigungsbeginns), allerdings bleibt die Frage offen, ob sich diese Gestal-tungsmöglichkeiten, die mit Aufwand in den Ordinationen sowie entsprechendem Beratungs- und Lohnverrechnungsaufwand in den Kanzleien bei relativ kleinen Betrieben wie Ordinationen überhaupt rentiert.

• Achte Voraussetzung: Zustimmung des neuen Mitarbeiters hinsichtlich Weiterleitung der Daten.

Höhe der Förderung: Die Förderung beträgt 50% der Lohnnebenkosten für maximal 3 Jahre. Bei einem Bruttobezug von z.B. € 1.600 ergibt das eine Förderung von ca. € 244,-- pro Monat (14x). Werden für den zusätzlichen Mitarbeiter andere Förderungen in Anspruch genommen, wird der Beschäftigungsbonus nicht gewährt!
Nicht gefördert werden geringfügig Beschäftigte, Lehrlinge und befristete Beschäftigungen bis 4 Monate.
Auszahlung der Förderung: Die Lohnnebenkosten werden laufend - wie üblich - berechnet und an die entsprechenden Empfängerstellen (Finanzamt, GKK, Ge-meinde) abgeführt. Wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass alle Voraussetzungen in der Vergangenheit erfüllt wurden und eine Förderung zuerkannt wird, erfolgt die Auszahlung des Förderungsbetrages erst 12 Monate im Nachhinein (nach Aufnahme des zusätzlichen Dienstnehmers).


Unsere Einschätzung:
Aufgrund der Tatsache, dass in Ordinationen nur in wenigen Fällen (außer bei Praxisgründungen) zusätzliche Arbeitskräfte von mindestens 38,5 Wochenstunden eingestellt werden, wird aus unserer Sicht - nicht zuletzt wegen


a) des hohen bürokratischen Aufwandes in der Lohnverrechnung, damit verbunden zusätzlichen Personalverrechnungs- Kosten (geschätzter Zeitaufwand: bis zu 1,5 Stunden)

b) der Unsicherheit, ob es nach Ablauf eines Jahres nach Antragstellung überhaupt zu einer Förderung kommt (z.B. Referenzzahl nicht überschritten; Budget bereits ausgeschöpft ist)
der Beschäftigungsbonus bei Arztordinationen kaum eine Rolle spielen.
Wenn im Zuge einer Aufstockung Ihrer Mitarbeiterzahl der Beschäftigungsbonus beantragt werden soll, muss von Ihrer Seite ein entsprechender Auftrag an unsere Kanzlei/ Personalverrechnung vorliegen.


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